Jakob K.

Kennen Sie Jakob Klenke?

Den Choreographen? Den Künstler und Aktivisten?

Nach frühem Ruhm in Paris mit seiner Choreographie

„Le Système“ wird Klenke in den 20er Jahren ans Bauhaus berufen. Er unterrichtet dort Rhythmische Gymnastik, arbeitet als Assistent von Oskar Schlemmer und unternimmt inspirierende Gruppenspaziergänge. Klenke versteht den Körper als Bauwerk und bauende Entität, führt Experimente mit Wahrnehmung durch Farben und Licht durch und entwirft obskure Fitnessgeräte. Seine Sinnes- und Leibesübungen für den täglichen Gebrauch inspirieren und verwundern noch heute die Tanz- und Architekturgeschichte.

 

Als Öko-Technik Visionär zwischen Architektur, Tanz und Pädagogik – entwickelt Klenke eine eigenwillige Praxis: Jenseits von Kraft und Leistungsfähigkeit sucht er nach einem respektvollen Umgang mit dem eigenen Körper und seiner Umwelt.

JAKOB K. ist ein künstlerisches Experiment, das einen fiktiven Choreographen in die Geschichte einschleust. Im Spannungsfeld von präziser historischer Recherche und faktischer Unmöglichkeit positionieren wir Klenke als Alternative zu seinem Kontext. Die Erfindung Klenkes umfasst seinen Lebenslauf und die Verknüpfung mit historischen Figuren, seine Bewegungspraxis und sein Manifest, mit dem er sich von den vorherrschenden Körperbildern abgrenzt. Für das Publikum, sowie für unsere kollaborative künstlerische Praxis hat Klenke das Potential zur Spiegellfläche aktueller Thematiken zu werden.

Ein künstlerisches Forschungsprojekt von Heike Bröckerhoff, Moritz Frischkorn, Mara Kanthak, Thomas Pearce und Jonas Woltemate